Krankenbeobachtung

Beobachten heißt wahrnehmen
Ein gut beobachteter Kranker ist gut betreut und fühlt sich geborgen. Die Krankenbeobachtung ist das bewußte Wahrnehmen des Kranken, das Erkennen des körperlichen und seelischen Zustandes im Augenblick und für die Dauer der Pflege.

Die Beobachtung ist somit ein sehr wichtiger Teil der Pflege und durch die Kenntnis von Zusammenhängen schulbar. Die Pflegeperson ist mittels ihrer Sinne in der Lage, alle Veränderungen am Kranken wahrzunehmen. Jede Situation wie zum Beispiel Waschen, Betten oder auch das Gespräch sollten zur Beobachtung genutzt werden.

Alle Sinne spielen hierbei eine Rolle:

Auge   

dient dem Farbvergleich der Haut mit ihrem Normalzustand, Farbe von Ausscheidungen, Schwellungen

Ohr   

Veränderungen in der Stimme, beim Husten, der Atemgeräusche

Nase   

Beobachtung des Geruchs von Stuhl, Urin und Schweiß

Tastsinn   

dient zum Fühlen von Temperaturveränderungen, Spannung der Haut

Die gezielte Beobachtung läuft beispielsweise in folgenden Schritten ab:

  1.  Wahrnehmen: ein Kind wimmert und weint, kann schlecht essen und hat glänzende Augen
  2. Feststellen: die Mutter fühlt feuchte und heiße Stirn und fragt nach Halsschmerzen
  3. Überprüfen: Mutter mißt Fieber und schaut in den Hals
  4. Handeln: Mutter ruft den Arzt

Wir können objektive Krankheitszeichen beobachten, diese werden durch Wahrnehmung und Überprüfung wie im Beispiel verdeutlicht festgestellt. Die subjektiven Krankheitszeichen werden nur vom Kranken selbst wahrgenommen (Schwindel, Unlust, Mattigkeit). Sie können nicht überprüft werden, müssen aber immer ernst genommen werden.

Die Wahrnehmung von Schmerz kann über die Aussage des Kranken erfolgen (subjektiv) und über die Beobachtung des Pflegenden (objektiv), z.B. kann Schonhaltung auf Schmerz hinweisen, auch ein leidender Gesichtsausdruck kann auf Schmerzen hinweisen.